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Nowrooz

Nowrooz (Norooz, Norouz, Noruz), neuer Tag oder neues Jahr auf iranisch, ist eine Feier des Frühlingsäquinoktiums (Tag-Nacht-Gleiche). Es ist von allen Hauptkulturen im alten Mesopotamien gefeiert worden. Sumerer, 3.000 v. Chr., Babyloner 2.000 v. Chr., das alte Königreich von Elam in Südpersien 2.000 v. Chr. sowie Akaddier - alle haben es in der einen oder anderen Form gefeiert.

Nowrooz mit seinen eindeutig iranischen Charakteristika wird seit mindestens 3.000 Jahren gefeiert und hat seine Wurzeln tief in den Traditionen des zoroastrischen Glaubenssystems (Lehre des Zarathustra).

Zoroastrismus (Parsismus) war die Religion des alten Persien vor dem Aufkommen des Islam vor 1.400 Jahren. Es galt als die Mutterreligion der ganzen Region. Die vertrauten Konzepte von Himmel, Hölle, Wiederauferstehung, Ankunft eines Messias und Tag des jüngsten Gerichts waren zum ersten Mal in diesem Glaubenssystems enthalten. Sie existieren noch im jüdischen, christlichen und islamischen Glauben. Um Nowrooz zu verstehen, müssen wir zuerst die Kosmologie Zarathustras kennen lernen.

Nowrooz - Neujahrs- und Frühlingsfest
Nowrooz - Neujahrs- und Frühlingsfest
Zoroastrier

Zoroastrier glaubten an zwei ursprüngliche Kräfte. In dem alten Buch des Bundahishn, Ursprung der Schöpfung, lesen wir, dass der „Herr der Weisheit“, der im Königreich des ewigen Licht lebte, zunächst nicht Gott war. Er schuf alles, das gut war und wurde zum Gott. Der böse Geist, Angra Mainyu (Ahriman), der im Königreich der ewigen Dunkelheit lebte, schuf alles Böse und wurde zum Teufel.

Alles, was das Leben erzeugte, es schützte und anreicherte, wurde als gut betrachtet. Dieses schloss alle Kräfte der Natur, die zum Vorteil des Menschen waren, mit ein. Erde, Wasser, Himmel, Tiere und Pflanzen waren gut. Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Frieden, Gesundheit, Schönheit, Freude und Glück wurden als den guten Kräften zugehörig angesehen. Alle, die das Leben bedrohten, gehörten dem Ahriman an.

Die zwei Welten hatten kein materielles Wesen, aber der Geist von allem war anwesend. Die zwei existierten dreitausend Jahre lang nebeneinander, aber vollständig getrennt voneinander. Am Ende des dritten Jahrtausends sah Ahriman das Licht, wünschte es und griff die gute Welt an.

Der Herr der Weisheit stellte die materielle Welt "Gaeity" (Geety im heutigen Persisch) her, um seine Welt zu schützen. Diese materielle Welt wurde in sieben unterschiedlichen Stufen hergestellt. Himmel, Ozean und die Erde. Die folgenden drei Schöpfungen waren die Prototypen aller Lebensformen. Die erste Pflanze, das erste Tier (ein Stier) und den ersten Menschen, Gayo-maretan (Kiomarth), sowohl Mann als auch Frau. Die 7. Schöpfung waren Feuer und Sonne zusammen.

Der Kampf dauerte 12.000 Jahre in vier Perioden, jede 3.000 Jahre. In der letzten Phase treten einige Erlöser auf, und der letzte Erlöser Saoshyant rettet die Welt. Er bring die Auferstehung, die Prüfung der Überquerung der Brücke "Chinvat" ("Sarat" im Koran) und das letzte Urteil. Wir kennen diesen Menschen als Herrn der Zeiten (Imam Zaman) in der iranischen Version des schiitischen Islams.

Um seine Schöpfungen zu schützen schuf der Herr der Weisheit Amesha Spentas ( „unsterbliche Heilwirkende”, „unsterbl. Heilige”), die sieben guten Geistwesen. Diese sind Beschützer der sechs Elemente (Feuer, Metalle, Erde, Wasser, Pflanzen, Tiere) und gehören, vergleichbar den christlichen Erzengeln, zum Gefolge des guten Geistes Ahura Mazda. Dem zur linken stehen die männlichen, zur Rechten die weiblichen Amesha Spentas.

Amesha Spentas

Die Amesha Spentas sind im einzelnen Asha Vahishta (Ordibehesht), die das Feuer beherrscht, Khshathra Vairiya (Sharivar), der für die Bewegung der Gestirne sorgt und die Metalle regiert, Spenta Armaiti (Erde / Esphand), Haurvatat (Wasser / Khordad), Ameretat (Pflanzen / Amurdad), Vohu Mano (Nutztiere / Bahman). Der über die Menschen herrschende Spenta Mainyu gilt auch als Ahura Mazda selbst. Sraosha gilt als Bote des Ahura Mazda. Ihnen gegenüber stehen die sieben Erzdämonen Daevas, deren Anführer Ahriman ist, der Gegenspieler des Ahura Mazda.

Die Amesha Spentas sollen bereits in der Zeit vor Zarathustra verehrte Gottheiten gewesen sein, die der Religionsstifter in seine Lehre einpasste. Ihre Namen finden sich noch heute in den Monatsnamen des offiziellen iranischen Kalenders.

Es gab ein Problem mit dieser materiellen Welt - sie hatte keinen Lebenszyklus. Die Sonne bewegte sich nicht. Es gab keine Tage oder Nächte und keine Jahreszeiten. Die drei Prototypen des Lebens wurden geopfert. Von der Urpflanze kam der Samen für alle Pflanzen. Der Urstier schuf alle Tiere und vom Urmenschen kamen der erste Mann und die erste Frau. Der Rest der Menschheit wurde durch ihre Vereinigung geschaffen. Die Schleife des Lebens begann. Die Sonne bewegte sich, es gab Tag, Nacht und die Jahreszeiten. Dieses wurde das erste Nowrooz genannt.

Der Herr der Weisheit schuf auch die Schutzengel (Forouhars) für alle Lebewesen. Jeder Mensch hatte einen Schutzengel, solange er auf dem rechten Weg blieb.

Zarathustra

Zarathustra (Zartosht) der Architekt dieser Kosmologie, führte viele Feste und Rituale ein, um den sieben Schöpfungen und den heiligen Unsterblichen zu huldigen. Sieben davon waren die wichtigsten, bekannt als Gahambars, Feste der Verpflichtung. Das Letzte und das durchdachteste war Nowrooz und huldigte den Herr der Weisheit und dem heiligen Feuer (dem ewigen Licht) zur Zeit des Frühlingsäquinoktikums (Tag-Nacht-Gleiche).

Der älteste archäologische Fund bezüglich Nowrooz kommt von den Achämeniden (Hakhamaneshi) vor 2500 Jahren. Sie begründeten das erste Großreich in der Region und bauten Persepolis (Takht–e-Jamshid) im zentralen Iran auf. Dieser ausgezeichnete Palast / Tempelkomplex wurde von Alexander d.Gr. 334 v. Chr. zerstört.

Die Achämeniden hatten vier Hauptresidenzen, einen während jeder Jahreszeit. Persepolis war ihre Frühlingsresidenz und die Stätte für die Neujahrsfeier. Steininschriften zeigen den König, der auf seinem Thron sitzt und seine Untertanen, Gouverneure und Botschafter der verschiedenen unterworfenen Nationen empfängt. Sie bringen ihm Geschenke und zahlen ihm Tribut. Wir wissen nicht sehr viel über die Details der Rituale. Wir wissen nur, dass während der Feier morgens gebetet und weitere fromme Rituale begangen wurden. Später während des Tages wurden die Gäste mit Festen und Feiern unterhalten.

Wir wissen auch, dass das Ritual der heiligen Hochzeit in diesem Palast stattfand - ein altes und geläufiges Ritual in Mesopotamien. Der König verbrachte die erste Nacht des neuen Jahres mit einer jungen Frau. Alle Nachkommen, das aus dieser Verbindung entstammten, wurden in den Tempeln aufgezogen und später als hohe Priester angesehen.

Nowrooz heute

Was wir heute als Nowrooz kennen, hat seine Wurzeln in der Zeit der Sassaniden. Sie regierten das letzte große persische Reich vor dem Aufkommen des Islams vor 1.400 Jahren. Ihre Feiern begannen fünf Tage vor dem Neujahrsbeginn. Sie glaubten, dass die heiligen Geister (Fourohars) während dieser fünf Tage auf die Erde hinunter kommen würden, um ihre menschlichen Gegenstücke zu besuchen. Ein großer Frühjahrsputz wurde durchgeführt, um sie mit Feiern zu begrüßen. Nachts wurden Freudenfeuer auf den Dächer entfacht, um den heiligen Geister zu signalisieren, dass die Menschen bereit waren, sie zu empfangen. Dieses Ritual wurde Suri genannt.

Die Iraner führen noch heute die Rituale der Frühlingsreinigung durch und feiern am letzten Mittwoch des Jahres Suri (Tschahrschanbeh Suri). Feuer im Freien werden entfacht und man springt über das Feuer. Dieses ist ein Reinigungsritual und Iraner glauben, daß sie durch den Sprung über das Feuer all ihre Krankheiten und Unglück loswerden, dafür hingegen Glück und Gesundheit vom Feuer empfangen.

Die Zoroastrier feierten auch die ersten fünf Tage nach Nowrooz, aber es war der 6. Tag, der von allen der wichtigste war. Dieser Tag wurde das große Nowrooz (Nowrooz-e-Bozorg) genannt, und es wird angenommen, dass es sich hierbei um den Geburtstag von Zarathustra selbst handelt. Zoroastrier feiern heute noch diesen Tag, aber es hat seine Bedeutung für den Rest der Iraner verloren. In der Sassanidenzeit wurde das neue Jahr 21 Tage lang gefeiert, und am 19. Tag gab es einen weiteren Hauptfeiertag.

Heute feiern die Iraner das neue Jahr nur 13 Tage lang. An den ersten Tagen werden ältere Familienmitglieder und andere Verwandte und Freunde besucht. Geschenke werden ausgetauscht; Süßigkeiten und Festmahle werden genossen. Am 13. des ersten Monats verlassen alle Menschen ihre Häuser, um in Parks zu gehen oder aufs Land zu fahren, um einen Tag in der Natur zu verbringen.

Ein besonders wichtiger Teil der Rituale zum neuen Jahr ist es, einen Tisch mit sieben besondere Teilen zu decken ("Haftsin", oder "Haftshin" in vorislamischer Zeit). In den alten Zeiten entsprach jedes der Elemente einer der sieben Schöpfungen und der sieben heiligen Unsterblichen, die sie schützen.

Haftsin

Die Bestandteile des Haftsin sind heute verändert, aber einige haben ihren Symbolismus behalten. Alle sieben Einzelteile beginnen mit dem Zeichen S, was nicht ganz den alten Riten entspricht. Weizen oder die Gerste (Sabzeh), die neues Wachstum darstellt als Symbol für Pflanzen, Fisch als Symbol für die Tierwelt und Wasser (Ozean), Kerzen (ein Symbol des Feuers). Auch Spiegel gehören heute zum Ritual - der Ursprung dieses Teils ist unbekannt. Spiegel waren früher sehr kostbar und wurden aus poliertem Metall gemacht. Es ist unwahrscheinlich, dass alle Haushalte einen Spiegel besaßen.

Zoroastrier platzieren heute brennende Kerzen vor dem Spiegel. Wein war traditionell ein Bestandteil des Rituals. Heute wird er durch Essig ersetzt, da Alkohol im Islam verboten ist.

Das Ei, ein Symbol der Fruchtbarkeit der Muttererde, ist ebenfalls Bestandteil des Rituals. Knoblauch wird benutzt, um das Böse zu vertreiben. Es gibt keinen Beweis, dass Knoblauch in diesem Kontext ursprünglich verwendet wurde. Allerdings haben die alten Iraner sieben unterschiedliche Pflanzen für das neue Jahr angebaut, und Knoblauch könnte eine von diesen gewesen sein. Samano, eine würzige bräunliche Paste, ist heute noch ein Bestandteil des Haftsins. Es ist eine nahrhafte Mahlzeit und könnte ein Bestandteil des Festessens gewesen sein. Es ist auch möglich, dass es Haoma ersetzt hat. Haoma (awest. „Pressung”, Hauma) war der Name einer magischen Pflanze. Aus dieser Pflanze gewann man den Preßtrank, der berauschendes Getränk und Opfergabe war und zur Vertreibung böser Geister genutzt wurde.

Ferdousi

Die Münzen, die Gesundheit und Wohlstand symbolisieren, Früchte und spezielle Mahlzeiten haben auch den Zeitläufen standgehalten.

Warum hat dieses Festival überlebt? Es hat über die Jahrhunderte hinweg massive Versuche der moslemischen Eroberer gegeben, dieses Fest herabzusetzen, es zu verbieten und es ein für allemal loszuwerden. Die Gründe für diese Versuche sollten im Geist dieses Festivals gesucht werden. Im Gegenteil zu den islamischen Traditionen, in denen Tod und Martyrium alle Hauptrituale kennzeichnen, ist Nowrooz ein Fest des Lebens.

Da die Kräfte der Natur vollständig ausserhalb der Kontrolle des menschlichen Wesen lagen, bildeten sie einen Allianz mit diesen Kräften, um sich zu schützen. Durch diesen Allianz erstellten sie eine Balance und behielten die kosmische Ordnung (Asha) bei, ohne die es Chaos, die Welt des feindlichen Geistes (Ahriman) geben würde. Das Fest vereint die Zoroastrier, mit gleichen Geist, gleicher Stimme und gleichen Taten ihrem Gott, dem Herrn der Weisheit zu dienen.

Von ihnen wird erwartet, nur reine Gedanken zu haben, reine Wörter zu sprechen, und nur reine Taten zu vollbringen. Der von uns gefeierte Dichter Ferdousi, ein Zoroastrier, der Zeit seines Lebens verfolgt wurde, beginnt sein Buch im Namen des Herrn des Lebens und der Weisheit (beh nameh khodavand jaan o kherad), Ahura Mazdas Name in den Texten der Avesta der Sassanidenzeit.

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