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Die Urartäer

In einer Inschrift des assyrischen Königs Salmanasser I. (1280-1261 v. C.) taucht zum ersten Mal der Ausdruck Uruatri als Bezeichnung einer Ländergruppe um den Wansee (heute in der Türkei gelegen) auf. Uruatri bedeutete auf assyrisch etwa soviel wie Berggebiet (die urartäische Selbstbezeichnung war Bianili), wobei es eine Zeit lang, bis ins 11. vorchristliche Jahrhundert, auch als Nairi bezeichnet wurde. Der Sohn Salmanassers besiegte 43 verbündete Könige der Nairi-Länder. Die Verteidigung der urartäischen Heimat gegenüber den Assyrern war eine lang währende Konstante in der Geschichte.

Die Urartäer
Die Urartäer

Der Staat Urartu soll in der ersten Hälfte des neunten Jahrhunderts vor Christus entstanden sein, die Stämme waren in den Notzeiten stärker zusammengerückt. Von den Feldzügen des assyrischen Königs Salmanasser III. (860-825 V. C.) sind auch heute noch einige Details bekannt, so auch Angaben über Waffen und Kleidung der Urartäer, welche verwandt schienen mit Hurritern und Hethitern. Als Zentral-Urartu galt das Gebiet zwischen dem Van-See, dem Urmia-See und dem Sevan-See, auf heutigen türkischen, armenischen und iranischen Staatsgebiet.

Staatswerdung Urartus

In der Zeit der Staatswerdung Urartus und auch schon vorher gewann die Eisenverarbeitung an Bedeutung. Als Königreich war Urartu während rund 200 Jahren der grösste Staat Westasiens, Hauptstadt war das massiv befestigte Tuspa. Zu Beginn dieser Periode, Ende des 9. vorchristlichen Jahrhunderts, überwanden die Urartäer ihre einfache Bilderschrift durch die assyrische Keilschrift.

Die Religion zeigte an der Spitze die Verehrung von drei Götzen, wobei auch viele Nebengötzen verehrt wurden. In der Mitte des 8. vorchristlichen Jahrhunderts stand Urartu auf dem Höhepunkt seiner Macht. Dem assyrischen Expansionsdrang wurde ein Riegel geschoben durch die Ausbreitung des urartäischen Einflussgebietes bis ans Mittelmehr, ins Innere Kleinasiens (heute Türkei) mit dem Oberlauf des Euphrat als Westgrenze sowie nach Nordsyrien. Interessant ist, dass die Kultur der herrschenden Klasse in Urartu zu jener Zeit vom Lebensstil der Assyrer geprägt war.

Auch die Stämme am Seewansee wurden unterworfen und eingegliedert. Dort liegt die heutige armenische Hauptstadt Jerewan zwischen den Bergen Ararat und Aragaz, welches aus einer 782 v. C. errichteten Festung Jerebuni heraus entstand. Die Bedeutung Jerebunis schwand durch die später in der Nähe errichtete Festung Teisebaini und darum herum eine Siedlung, welche nach dem Götzen des Krieges, Sturmes und Donners Teiseba benannt wurde. Dort fanden Archäologen in neuerer Zeit Handelsgegenstände aus Assyrien und sogar aus dem skythischen Dnjepr-Gebiet.

Eine neue Zeit brach mit der Machtergreifung Tiglath-Pilesers III. in Assyrien 745 v. C. an, welche auch eine Reorganisation der dortigen Armee hervorbrachte. 735 vor Christus gelangen die Assyrer sogar in die urartäische Hauptstadt Tuspa, wo sie ein wüstes Gemetzel anrichteten. Die Hauptfolge lag im Abfall der urartäischen Verbündeten, welche ihre Stellung im Machtgefüge neu überdenken mussten. Die Urartäer waren mit der Neuverwaltung der Regionen - Einrichtung des Vizekönigtums statt örtliche Herrscher - und der Verstärkung der Verteidigungswerke bis an den Rand ihrer Kraft beschäftigt. Auch von den kaukasischen Bergen her gab es in der Gestalt von Nomadenstämmen wie den Kimmerern neue Herausforderungen.

722 v. C. nahm Tiglat-Pilesers Sohn, Sargon, den assyrischen Thron ein. Militärisch aggressiv ging er auf die Fürstentümer, welche von Ägypten unterstützt wurden, in Syrien und Palästina los. Die Deportation der Nordstämme Israels fällt in diese Zeit. Gegen Süden wollte er Babylon unterwerfen und im Norden gings gegen Urartu. Ein archäologischer Glücksfall sind die noch erhaltenen Notizen von assyrischen Spionen aus dieser Zeit. Offenbar gab es in Urartu auch Revolten und fehlgeschlagene Feldzüge gegen die Nomaden. 714 v. C. unternahm Sargon einen grossen Feldzug gegen Urartu.

Dieser zog um den Urmiasee herum und weiter gegen den Wansee. Die Assyrer machten über 6.000 Gefangene, dazu kamen viele Nutztiere sowie wertvolle Sachen wie Gold und Silber. Insgesamt wurden 333.500 Gegenstände protokolliert (die Urartäer importierten sogar Seide aus China).

Trotzdem existierte Urartu weiter. Auf Sargon folgte sein Sohn Sanherib auf dem assyrischen Thron, der vor allem mit Kriegen in Babylon, Syrien und Palästina engagiert war, was Urartu eine Atempause gab. Jetzt verbündeten sich die kaukasischen Nomadenstämme, von denen die Kimmerer und die Skythen die wichtigsten waren, teilweise mit Urartu gegen Assyrien. Die Kimmerer siedelten sogar im Wansee-Gebiet.

Auf Sargon folgte in Assyrien 681 v. C. Asarhaddon auf den Thron. In der zweiten Hälfte des siebten Jahrhunderts schwand Assyriens Grösse durch die von ihnen bevormundeten Babylonier, welche sich dies nicht länger gefallen liessen, sowie durch die aufkommende Grossmacht Medien. 614 zerstörten die Meder die assyrische Hauptstadt Assur. Ninive fiel 612 v. C. Die Meder und die Babylonier verbündeten sich. Auch die Skythen spielten ihre Rolle. Das assyrische Reich ging 605 definitiv unter.

Zu Beginn des sechsten vorchristlichen Jahrhunderts fiel auch das urartäische Reich durch Angriffe der Meder, welche in dieser Marschrichtung auch gegen die Lydier zogen. Teisebaini fiel durch einen Überraschungsangriff, ebenso die Hauptstadt Tuspa.

Schon Ende des 7. Jahrhunderts gab es immer wieder Schlachten. Im Buch Jeremia werden für das Jahr 594 v. C. als viertes Jahr der Regierung Zedekias die Völker der Meder, Urartäer, Mannäer und der Skythen (Aschkenaz) erwähnt. Im westlichen Gebiet des ehemaligen Urartu entstand ein neuer Stammesverband unter der Führung der Armenier, welche ihren Namen von ihrem Herkunftsgebiet Arme südwestlich des Wansees haben. Das Gebiet um den Wansee selber wurde medisch, dann persisch.

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