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Bahaismus

Bahaismus (Bahai-Religion), im späten 19. Jahrhundert aus dem Babismus hervorgegangene Religionsgemeinschaft. Ihr Begründer Mirza Husain Ali Nuri betrachtete sich als der von dem babistischen Propheten, dem Bab, angekündigte Gottesbote.

Mirza Husain

Mirza Husain wurde in Persien geboren und war ein Anhänger Babs, der 1844 prophezeit hatte, dass etwa 19 Jahre später ein göttlicher Gesandter erscheinen werde, der die „Verkörperung Gottes" sei. Nach der Hinrichtung des Bab am 9. Juli 1850 nahm Mirza Husain den Namen Baha Ullah (arabisch: Glanz Gottes) an und wurde Leiter einer der babistischen Gemeinschaften.

Unter persischer und späterer türkischer Herrschaft waren die Anhänger Babs Verfolgungen ausgesetzt: 1852 wurden etwa 20 000 Mitglieder ermordet, Baha Ullah gefangen genommen, gefoltert und nach Bagdad, das damals zum Osmanischen Reich gehörte, verbannt und anschließend nach Istanbul vertrieben.1863 hatte sich Baha Ullah in Bagdad zu jenem Fleisch gewordenen Gott erklärt.

Seine Anhänger, die sich Bahai nannten, glaubten, dass er der letzte einer Kette von göttlichen Verkörperungen sei, wie vor ihm Zarathustra, Buddha, Jesus Christus und Mohammed und dass die Welt durch ihn eine neue Offenbarung erfahre. Baha Ullah wurde von den Türken weiter verfolgt und in Akko (Palästina, heute Israel) interniert. Er war zeitweise eingekerkert und stand unter Hausarrest. Nach seiner Freilassung starb er am 29. Mai 1892 in Akko.

Baha Ullah

Baha Ullah war vor allem bestrebt, eine universelle Religion zu begründen. In seinen hauptsächlich durch seinen ältesten Sohn, Abbas Effendi, der sich später Abd al-Baha (arabisch: Diener Baha Ullahs bzw. des Glanzes) nannte, verbreiteten Lehren forderte er moralische und soziale Wiedergutmachung für die Unterprivilegierten. Sein Sohn verbrachte ebenfalls viele Jahre in Gefangenschaft und wurde erst wieder befreit, als sich 1908 viele Völker des Osmanischen Reiches gegen die Sultane erhoben und ihre Unabhängigkeit erlangt hatten. Danach unternahm er Reisen durch Europa und Nordamerika, um die Lehren seines Vaters zu verkünden. In seinem Testament setzte Abd al-Baha, er starb am 21. November 1921, seinen ältesten Enkel, Shoghi Effendi Rabbani, als Beschützer des Glaubens ein.

Der Glaube der Bahi beruht auf drei Grundsätzen der Einheit: der Einheit von Gott, der Religionen und der Menschheit. Aus diesen Grundsätzen werden religiöse wie soziale und politische Zielvorstellungen abgeleitet: eine fortschreitende Gottesoffenbarung, die Abschaffung von Vorurteilen, das Streben nach harmonischen Beziehungen zwischen den Rassen und Religionen, die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Herstellung der Harmonie zwischen Wissenschaft und Religion. Weiterhin werden die Ausbildung einer internationalen so genannten Hilfssprache sowie die Bildung eines internationalen Schiedsgerichtshofes, eines Weltparlaments und Weltregierung gefordert.

Die monotheistische Gottesvorstellung der Bahai geht davon aus, dass ihr Gründer Baha Ullah zwar die jüngste bzw. letzte Offenbarung gebracht habe, aber das dies noch nicht die endgültige Offenbarung der Lehren Gottes gewesen sei. Von daher wird die Gottesoffenbarung als weiter fortschreitend und noch nicht abgeschlossen angesehen.

Besonders stark betont werden die sozialen Aspekte ihres Glaubens: Bahai streben die Abschaffung übermäßigen Reichtums ebenso an wie die Beseitigung der Armut; Arbeit wird als Gottesdienst verstanden; Kapital und Arbeit sollen in eine Partnerschaft umgewandelt werden. Kinder sollten unabhängig ihres Geschlechts optimal gefördert werden, können das die Eltern nicht leisten, muss die Gemeinschaft dafür einstehen. Bahai verstehen sich als Weltbürger und lehnen nationalistische Tendenzen ab. Jeder Einzelne habe nach Baha Ullah auf dem „Pfad der Vollkommnung voranzuschreiten„ und sein Lebensziel sei es, sich so zu verhalten, dass er zur Ursache dauernden Forschritts werde.

Bahai glauben, dass mit dem Tod ein neues, größeres Leben beginne. Der Wirklichkeit des Menschen drücke sich in seiner Seele aus, nicht in seiner körperlichen Gestalt: „Der Mensch sollte sich stets als lebend, stets als fortschreitend betrachten.”

Die Bahai-Religion kennt weder Rituale noch hauptamtliche Prediger oder Geistliche. Die einzige Autorität ist die heilige Schrift, eine Zusammenfassung von Texten Babs, Baha Ullahs und Abd al-Bahas. Jeder Gläubige ist zugleich (entsprechend seinen Fähigkeiten) ein geistlicher Lehrer der anderen. Die Gemeinde bzw. die so genannte Geistige Gesellschaft lebt in Vertrauen auf Gott „zu allen Zeiten und unter allen Umständen”. Das Studium der Worte Gottes und die Dienstbarkeit in Gott, Gebete und Fasten sind die wichtigsten Bestandteile eines gläubigen Lebens. Alle 19 Tage versammelt sich die Geistige Gesellschaft der Gläubigen zu einem 19-Tage-Fest.

Geführt werden die Gemeinden von über 10 000 Örtlichen Geistigen Räten, deren Mitglieder in geheimer Wahl ohne Kandidatur jährlich neu bestimmt werden. In einem ähnlichen Verfahren werden die Abgeordnetenversammlung der 119 Nationalen Geistigen Räte und von diesen das Universale Haus der Gerechtigkeit, die oberste Instanz der Bahai-Gläubigen, gewählt. Überall, wo neun oder mehr Bahai leben, kann eine Geistige Gesellschaft gegründet werden.

Die größte Anhängerschaft des Bahaismus lebt in den Vereinigten Staaten. Unter der Leitung von Shoghi Effendi von 1921 bis 1957 entwickelten die Bahai der Vereinigten Staaten ein weltumspannendes Organisationssystem; das Hauptzentrum ist heute in Wilmette (Illinois). Anfang der neunziger Jahre wurde die Gesamtzahl der Bahai weltweit auf 5,3 Millionen geschätzt, wobei es in den Vereinigten Staaten etwa 110 000 Mitglieder gibt. In Deutschland leben circa 1 600 Anhänger; in Hofheim-Langenhain am Taunus wurde 1964 die erste Andachtsstätte des Bahaismus in Europa eingeweiht. Seit der Iranischen Revolution 1979 sind die Bahai im Iran Verfolgungen ausgesetzt.

Der Bahaismus ist in vielen Ländern verbreitet und seine Schriften wurden in über 546 Sprachen übersetzt. Die wichtigsten Gedenkstätten der Bahai (die Grabstätten ihres Gründers und seines Nachfolgers) befinden sich in Israel. Oberhalb der Hafenstadt Haifa, auf einem großen, weitläufigen Gelände am Hang des Karmelgebirges, innerhalb eines persischen Gartens mit einer bis zur Stadt hinunterführenden kaskadenartigen Terrassenanlage, befinden sich neben dem weißen Großen Tempel das Archiv und Dokumentationszentrum sowie der Schrein von Bab Mirza Husain Ali Nuri.

Der Schrein seines Nachfolgers Abd al-Bahas wurde in einer prächtigen Parkanlage außerhalb von Akko, der alten Kreuzfahrerstadt in der Bucht von Haifa, errichtet.

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